Kultur in Dortmund von Baukunst bis Zechensiedlung

„Dortmund holt das Triple!“, jubelten die Verantwortlichen des Dortmunder Theaters, als die Welt am Sonntag die Bühne im Jahr 2018 zum dritten Mal in Serie zum besten Theater NRWs kürte. Dortmund ist also nicht nur Bier- und Fußballstadt, sondern hat auch kulturell einiges zu bieten - wahrscheinlich mehr als du denkst.

Dortmunds Museen: Kunst, Geschichte, Fußball

Eingang Museum für Kunst und Kulturgeschichte.
© DORTMUNDtourismus Eingang Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

In Dortmund gibt es Museen für Dinge, von denen du vermutlich gar nicht wusstest, dass es dafür Museen geben kann. Es gibt ein Museum für Spielkonsolen und alte Computer, ein Lack-Museum, ein Magnet-Museum und etliche kleine Bergbausammlungen. Insgesamt sind es mehr als 30!  

Doch natürlich stechen aus diesen über 30 Museen einige von überregionaler Bedeutung hervor. So etwa das Dortmunder U mit seinen Sammlungen oder das Museum für Kunst und Kulturgeschichte mit seiner Ausstellung zur Historie der Stadt und Westfalens.

Technikbegeisterte werden von der DASA Arbeitswelt Ausstellung angetan sein, während Fußball-Fans mit dem Deutschen Fußballmuseum und dem Borusseum gleich zwei herausragende Anlaufstellen finden.

Du kannst dich nicht entscheiden? Dann komm Ende September nach Dortmund. Dann laden rund 50 Museen, Kirchen und andere Einrichtungen zur Dortmunder Museumsnacht.

In den städtischen Dortmunder Museen ist der Eintritt übrigens frei! 

Theater und Bühnen in Dortmund

Theater mit seiner kugeligen Architektur und der Vorplatz.
© David Vu/ DORTMUNDtourismus Theater / Opernhaus.

Das Schauspiel im Stadttheater ist preisgekrönt. Die Oper ist bekannt für ihre modernen Inszenierungen klassischer Stücke. Kommst du mit Kindern nach Dortmund, wird vielleicht in der Kinderoper, im Kinder- und Jugendtheater etwas für dich geboten. Und - da musst du hin - wenn du in der Vorweihnachtszeit mit Kindern nach Dortmund kommst, besorg dir unbedingt Karten für die Schmuddels im Theater Fletch Bizzel!

Hohe Kultur erlebst du im Konzerthaus, dessen Konzertsaal eine hervorragende Akustik bietet. Hier geben sich Stars der Klassik, aber auch moderne Acts die Klinke in die Hand. Außerdem ist das Haus die Heimat der Dortmunder Philharmoniker.

Anspruchsvoll und gemütlich geht’s im Jazz-Club Domicil zu. Ein sehr liebevoll zusammengestelltes Programm kannst du außerdem im Musiktheater Piano bestaunen, das leider etwas weit vom Schuss liegt. Doch der Besuch lohnt sich ebenso wie der im Cabaret Queue.

Bodenständig geht’s da im Theater Olpketal zu. Hier „lebt“ Günna, die Kunstfigur des Dortmunder Kabarettisten Bruno Knust, der mit viel Lokalkolorit seinen Sicht auf Politik, Fußball und das pralle Leben zum Besten gibt.

Westfalenhalle, FZW und Music Hall: Große Bühnen für große Stars

Großer Parkplatz und Front der Westfalenhalle in Dortmund
© Hans Jürgen Landes Westfalenhalle Dortmund

Dortmunds Aushängeschild ist die Westfalenhalle. Genauer sind es die Westfalenhallen, denn der Komplex besteht nicht nur aus der großen Halle, sondern auch aus verschiedenen Nebenhallen. Hier finden im regen Wechsel Konzerte, Comedy-Auftritte, Zauber-Shows, Galas und Messen statt.

Eine Nummer kleiner ist das FZW. Hier treten Stars auf, die noch keine große Halle füllen, aber dennoch schon ein breites Publikum erreichen. Gleiches gilt für das neueste Venue in der Dortmunder Konzertszene, die Warsteiner Music Hall.

Industriekultur: Zechen, Kokereien und Hochöfen

Dortmund war einmal eine große Industriestadt. Hier wurde Kohle gefördert und Stahl gekocht. Die letzte Zeche hat allerdings schon 1987 geschlossen und die Sache mit dem Stahl hat sich auch lange erledigt - ein Dortmunder Hochofen und ein Stahlwerk stehen jetzt in China.

Doch überall im Stadtgebiet stößt du auf Zeugen der Industrie. Einige liegen noch heute brach, andere sind kaum noch als Industrieflächen zu erkennen, viele dienen wiederum als Museum.

Dortmund als Schmelztiegel der Religionen

Luftaufnahme vom Alten Markt bei Sonnenschein und mit voller Bestuhlung. Im Hintergrund ragt die Reinoldikirche in den blauen Himmel.
© Hans Jürgen Landes Reinoldikirche

Als Ruhrgebietsstadt ist Dortmund ein Schmelztiegel für Menschen aller nur erdenklichen Glaubensrichtungen. Geprägt wird die Skyline des mittelalterlichen Ortskerns durch die vier großen Innenstadtkirchen Reinoldi-, Marien-, Petri- und Propsteikirche (die einzige katholische in der City).

Doch durch die starke Zuwanderung haben in den vergangenen Jahrzehnten andere Religionen an Bedeutung gewonnen. Orthodoxe Christen aus Griechenland, der ehemaligen UdSSR und Ex-Jugoslawien brachten ihren Glauben mit ins Ruhrgebiet. Hauptsächlich aus der Türkei kam der Islam in die Stadt und wurde ein fester Teil des Lebens.

Die jüdische Gemeinde ist leider nur noch klein, wächst durch den Zuzug aus Russland aber seit einigen Jahren wieder.

Auch aus asiatischen Ländern zogen in den vergangenen Jahrzehnten aus verschiedensten Gründen Menschen nach Dortmund. Mit ihnen kamen der Buddhismus und der Hinduismus ins Ruhrgebiet.